Stammbaum

Kennen Sie jemanden, dessen 5 beste Vögel 391 Preise fliegen?

und das in einer Mannschaft, im selben Zeitraum, vom Südosten?

Hier ein Beispiel einer erfolgreichen Familie:

Vogel 851 fliegt bis heute 77 Preise, davon 64 Preise in den letzten 6 Jahren. Er wird damit u.a. 1. alter As-Vogel der RV in 1997, Erringer der silbernen Präsidentenplakette der DBA 2002, 3.beste Lebensleistung DBA 2003, 2. Preis DBA 2003, bester Vogel der RV in 2002 und als Achtjähriger 11. As-Vogel im 7. Bezirk und Olympia-Sieger 2003 in Frankreich! Seine Halbschwester ist bestes Weibchen der RV und FG und 1. As-Weibchen im 7. Bezirk im Juli 2002. Sein Vater ist Stammvogel Nr. 1 und war RV-Bester 1994 und 5. As-Vogel im 5. Bezirk. Seine Mutter fliegt nach dreijähriger Pause als Achtjährige 10 Preise. Seine Tochter war RV-Beste in 2000, seine Tochter 502 ist FG-Beste in 2001, sein Onkel 720 fliegt 83 Preise bis 2002...usw.

0710-94-851:
Solider Sauerländer Standard.
Olympia-Sieger 2003!

Franz-Wilhelm Gonschior
RV Biggesee, Regionalverband 405

Die unverhofften Überraschungen sind meistens die schönsten! So ging es Franz-Wilhelm Gonschior und Walter Krämer, als sie am 13. Februar 2003 erfuhren, dass ihr Vogel 0710-94-851 gerade zum Olympiasieger gekürt worden war und damit maßgeblich zum Olympiasieg in der Mannschaft beigetragen hat. Spontan fiel die Entscheidung, am nächsten Tag zusammen mit den Ehefrauen nach Lievin zu fahren und das Glück höchstpersönlich in Augenschein zu nehmen. Mit dieser Taubenleistung wurde die jahrelange züchterische Leistung eindrucksvoll unterstrichen.

Sauerländer mögen es solide! Der kurzfristige Triumph, das schnelle Erfolgserlebnis liegen ihnen nicht so sehr. Sie mögen es in der Regel ruhiger und bedächtiger. Die Ausnahmen, die sich trotzdem ergeben, bestätigen diese Regel nur.

Eine dieser Regeln und Ausnahmen zugleich ist der Olympiasieger 0710-94-851!
Die Regel wird dadurch bestätigt, dass er selbst eine Lebensleistung von 77 Preisen aufweisen kann. Die Ausnahme ergibt sich aus der Tatsache, dass die eine Tochter 0710-98-581 in 2000 mit 12 Preisen beste Täubin und 2003 1. As-Täubin der RV wurde und eine andere Tochter, die 0710-02-502, beste jährige und 1. jährige As-Täubin der RV in 2003 wurde!

Gehen wir näher auf diesen Vogel ein. In seiner Ehrenliste steht unter anderem:
- Olympiasieger 2003 in Frankreich
- 1. As-Vogel (alt) der RV 1997, 2. As-Vogel Bezirk
- Bester Vogel der RV 2002 mit 12/12 Preisen! 11. As-Vogel Bezirk
- Gesamtleistung 77 Preise
- Erringer der silbernen Präsidenten-Medaille DBA 2002
- 3.beste Lebensleistung DBA 2003
- 2. Platz Klasse 3A

Das ist eine Vita, die kaum eine Taube vorweisen kann! Hinzu kommt seine besondere Stärke als Zuchtvogel, denn neben den bereits genannten Weibchen gibt es einige Tauben mehr, die ebenfalls aufgeführt werden könnten.

Der "851" ist einer der Söhne des Stammvogels 0710-91-239.
Der war selbst 1994 mit 12/12 Preisen bester Vogel der RV und 5. As-Vogel im 5. Bezirk. Er kommt aus dem Tamsen-Vogel 06190-89-227 und ist ein Sohn des Stammpaares 226 x 615. Harry Tamsen hat diesen Vogel übrigens später zurückgekauft. Mutter des "239" ist die 0710-88-619, eine Tochter des alten Stammvogels "100" aus der roten Sorte, mit der 1971 die Erfolgsstory bei Fanz-Wilhelm Gonschior begann.

Bei der Zusammenstellung der Paare weiß man als Züchter nie, wie sich die Gene der Eltern vermischen, damit die Nachkommen in ihrer Leistungsfähigkeit noch besser werden. In diesem Fall kann aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Vererbungs-"Kraft" von dem "227" ausgegangen ist. Denn: Neben dem "239" ist er auch Vater der Vögel 0710-92-19 und 0710-93-720. Er hat also jedes Jahr mindestens eine gute Taube gebracht und damit seine Bestimmung als Zuchtvogel erfüllt. Harry Tamsen wollte ihn wirklich nicht ohne Grund zurückkaufen.

Alle Guten vereint!
In der Reportage ist die Abstammung der Taube 0710-03-313 abgebildet. In diesem Weibchen sind alle guten Tauben des Schlages Gonschior-Krämer vereint. Alle vier Großeltern waren und sind RV-beste Tauben! Diese Abstammung sagt mehr als 1000 Worte.

Die Mutter des "851" hat ebenfalls ihre eigene ungewöhnliche Lebensgeschichte.
Die 0710-92-422 gehörte in jungen Jahren zu den besten Weibchen des Schlages, sie flog unter anderem 1993 einen 5. Konkurs ab St. Pölten. 2000 wurde sie reaktiviert und flog nach jahrelanger Abstinenz wieder 10 Preise! Ihr Vater 0710-89-40 war auch schon dienstältester Witwer der RV über 60 Preisen, er flog als Neunjähriger noch sieben sehr überzeugende Preise. Er kommt aus der alten Tamsen-Kolodzie-Linie. Mutter der "422" ist die 0710-91-224, eine reine Smeulders aus dem Bestand von Georg Kicinski.

5 Musketiere fliegen 391 Preise!
Es handelt sich um Nachkommen, um Söhne und Enkel des "227"! FOTO FOLGT
Aushängeschild, obwohl nicht die meisten Preise, ist natürlich der Olympiasieger "851" mit seinen 77 Preisen. Preismäßig besser mit 83 Preisen ist der 0710-93-720. Er flog als siebenjähriger noch 13 Preise und holte mehrfach 1. Preise auf der RV- und Bezirks-Ausstellung. Die Vögel 0710-94-919 und 965 mit ihren jeweils 74 Preisen und der Vogel 0710-93-725 mit 83 Preisen vervollständigen das imposante Bild.
Es gibt derzeit keinen Schlag in Deutschland, der eine solche Mannschaft sein eigen nennen kann!

Um diese Stärke zu unterstreichen, einige weitere Tauben:
Linie "239":
0710-99-1000. Tochter "239", Enkelin "720". In 2002 beste Täubin, 1. As-Täubin der RV, Täubin des Monats Juli im 7. Bezirk, beste Täubin der FG-Flüge.
0710-00-30. Tochter "239". 4. As-Täubin der RV in 2002.
0710-98-642. Enkelin "239". 1999 beste Täubin der RV und FG mit 13 Preisen.
0710-01-152. Enkelin "239". 2002 mit 10 Preisen 2.beste jährige Täubin der RV und 4. jährige As-Täubin im Bezirk. 2003 3.beste Täubin der RV
0710-02-305. Urenkelin "239". 1. As-Täubin und beste jährige Täubin der RV in 2003.
 
Linie "19":
0710-99-858. Sohn "19". 33 Preise in drei Jahren. 2001 mit 12/12 Preisen bester Vogel der RV.
0710-01-174. Enkel "19". In Linie auf alle drei Stammvögel gezogen. In 2002 9. jähriger As-Vogel der RV.

Linie "720".
0710-97-720. Tochter "720". Herbstjunge Täubin, beste Zuchttäubin, mehrere Kinder wurden inzwischen RV-beste Tauben!
0710-98-620. Enkel "720". Er fliegt bis 2003 insgesamt 53 Preise. In 2000 14/14 Preise mit 1021 As-Punkten. 1. As-Vogel der RV und 3.bester Vogel der FG-Flüge in 2001. Zugleich ein Topvererber.
0710-99-858. Enkel "720", Sohn "19"!
0710-99-804. Urenkel "720". Spitzenflieger, als Jähriger 10 Preise. In 2002 nach acht Flügen an erster Stelle der RV.

Eine weitere Aufzählung erübrigt sich an dieser Stelle, die bisherigen Zahlen sprechen für sich.

Die Schlaggemeinschaft selber.
Es könnte sich vom Alter her um eine Neffe-Onkel-Gemeinschaft handeln. Beide harmonieren bestens miteinander. Franz-Wilhelm Gonschior (48) aus Wenden bei Olpe hat 1969 seine ersten Tauben bekommen. Mit sicherem Gespür hat er sich aus den Tauben, die RV-Kollegen zum Schlachten abgeben wollten, einige herausgesucht und damit seine ersten Erfolgserlebnisse verbuchen können. In gewisser Weise wirkt sich bis heute aus, denn die Großmutter des "851" geht noch auf die Tauben aus den Anfangsjahren zurück. Er verfügt über das gewisse Talent, die gewisse Ausstrahlung, die die Spitzenspieler von den Mitspielern unterscheidet. Wie in jeder anderen Sportart auch. Infolgedessen wirkte sich das natürlich auch schon früh auf die Erfolge aus. Er ist ein guter Beobachter und Tierliebhaber, ein Naturbursche. Von Beruf ist er Bankfachwirt und betreibt heute eine selbständige Versicherungsagentur.

Über viele Jahre übte er den Sport alleine aus, bis sich die Gelegenheit ergab, die Zuchttauben bei Walter Krämer unterzubringen, der wegen der großen Greifvogelplage das Hobby schon an den Nagel hängen und aufgeben wollte.
Walter Krämer (62) ist im benachbarten Benolpe zu Hause. Vom Typ her "sauerländische Eiche" hat er seinerzeit Franz-Wilhelm Gonschior und dessen Freunde sportlich unter die Arme gegriffen und den Jungen den Weg in den Sport geebnet. Er kümmert sich um die Zuchttauben und hilft bei der Betreuung der Reisetauben, wenn die Familie Gonschior in Urlaub fährt. Kein Mann der großen Worte, er packt lieber zu.

Mit einem Olympia-Sieger wirksame Öffentlichkeitsarbeit betreiben!
Der Erfolg auf der Olympiade sprach sich natürlich wie ein Lauffeuer im Ort und im Landkreis herum. Mehrere Tage lang waren die Sportfreunde Gonschior und Krämer in aller Munde, Tageszeitungen und Wochenblätter berichteten über sie, der WDR strahlte eine mehrminütige Reportage im 3. Programm aus. Die Gemeinde nahm den Sieg zum Anlass eine kleinen Feier. Hinzu kam der Eintrag ins Goldene Buch. Hier stehen die beiden jetzt neben anderen herausragenden und berühmten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Bürgermeister Peter Brüser empfing die beiden (und den "851") und überreichte ihnen unter anderem eine Tauben-Plastik, die an den Erfolg erinnert.
Vor allem über die Zeitungsberichte erfuhr die Öffentlichkeit einiges über den Brieftaubensport und dessen Zusammenhänge. Seitdem werden beide Sportfreunde öfter darauf angesprochen. Wegen seiner beruflichen Tätigkeit steht besonders Franz-Wilhelm Gonschior mehr im Mittelpunkt, er nutzt jede Gelegenheit, wirksame Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Und da er das in seiner ruhigen, sachlichen Art tut, nimmt ihm jeder ab, wie schön dieses Hobby sein kann.
 
Sinn der Chronik ist, Ereignisse und Erfolge eines Jahres aufzuzeichnen, Persönlichkeiten vorzustellen, die mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Deswegen an dieser Stelle der Verzicht auf die Vorstellung von Futtersorten, Motivation und weitere Meisterschaften. In einer separaten Reportage innerhalb der "Brieftaube" werden wir ausführlicher auf die SG Gonschior-Krämer eingehen.

  • Franz-Wilhelm Gonschior | Auf dem Stein 11 | 57482 Wenden-Gerlingen
    Tel.: 02762/2393 | Fax.:02762/41243 | info@gonschior-tauben.de | Impressum | Datenschutz